Wahlprüfsteine für die Präsidentschaftswahlen der Universität Kassel

Am 27.Januar 2021 wählt der erweiterte Senat der Universität Kassel eine neue Präsidentin/einen neuen Präsidenten. Wir haben den Kandidierenden nun vorab unsere Fragen an ihre zukünftige Präsidentschaft zukommen lassen und werden die Antworten hier auch dokumentieren.

Von GEW, ver.di und Uni Kassel Unbefristet

  1. Dauerstellen/Befristung

1a) Welche konkreten Ziele setzen Sie sich in Ihrer Amtszeit für die Überwindung des extrem hohen Anteils befristeter Beschäftigung an der Universität Kassel, sowohl unter Wissenschaftlichen als auch Technisch-Administrativen Mitarbeiter*innen?

1b) Wie wollen Sie Transparenz über die Entscheidung zur Einrichtung von Dauerstellen herstellen, welche Kriterien werden herangezogen?

1c) Welche Alternativen wollen Sie entwickeln für die Schaffung von Dauerstellen unterhalb des Status einer Professur für promovierte Wissenschaftler*innen?

1d) Welche Konzepte ziehen Sie in Betracht für die Situation vieler Angestellter auf Drittmittelstellen, die Daueraufgaben ausführen, aber maximal für die Projektlaufzeit angestellt werden (obwohl es sich bei einem Großteil der Gelder um öffentliche Mittel handelt)

  1. Eingruppierung von Sekretär*innen und Tarifbeschäftigten

2a) Die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. (bukof) fordert in ihrem Grundsatzpapier vom 15.09.2020 “Entgeltgerechtigkeit und faire Arbeitsbedingungen in Hochschulsekretariaten”. Wie beabsichtigen Sie, die Forderungen der bukof an der Uni Kassel umzusetzen?

2b) Welche Leitlinien werden unter Ihrer Präsidentschaft für die Eingruppierungspraxis für administrativ-technisches Personal insgesamt an der Universität Kassel zugrunde liegen? Wie werden Sie dafür sorgen, dass die bereits vorhandenen Eingruppierungsspielräume im Sinne aller betroffenen Tarifbeschäftigten bestmöglich ausgeschöpft werden? Wie werden Sie die entsprechenden Prozesse transparent machen?

  1. Demokratisierung der Hochschule

3a) Mitarbeitende und Studierende erfahren oft spät und mit sehr viel Aufwand, den sie aufgrund von Arbeitsüberlastung und Kurzzeitverträgen nicht betreiben können und wollen, von wichtigen Diskussionen in ihren Fachbereichen und auf Uni-Ebene. Professor*innen haben in allen Gremien eine Mehrheit, obwohl sie die kleinste Statusgruppe an der Universität sind. Wie und mit welchen Strategien wollen Sie die Demokratisierung der Hochschule konkret bewerkstelligen?

3b) Werden Sie als Präsident*in endlich dafür sorgen, dass die Universität Kassel eine Grundordnung nach § 31 Abs. 1 HHG erhält? Welche Regelungen gehören Ihrer Ansicht nach in eine solche Grundordnung?

3c) Welche Änderungen bzgl. der Demokratisierung schlagen Sie insgesamt für die Überarbeitung des HHG vor?

  1. Internationalisierung

4a) Wie wird das Personal (insbesondere ATM) auf die weitere Internationalisierung vorbereitet? Was ist für den Alltag nötig? (Sprachkurse allein reichen nicht, wenn keine Entlastung für die Wahrnehmung solcher zur Verfügung gestellt wird.)

4b) Wie werden beim Ausbau englischsprachiger Webseiten kompetente Kapazitäten im universitären Umfeld für Übersetzungen geschaffen?

5.SDGs

Wie können aus Ihrer Sicht im geplanten Forschungszentrum zu Nachhaltigkeit die Bedingungen, unter denen Forschung und Lehre dort geleistet werden unter dem Aspekt der guten Arbeit reflektiert werden – wie stellen Sie sicher, dass an einem solchen Zentrum nicht die gleichen prekären Arbeits- und Abhängigkeitsverhältnisse herrschen wie im sonstigen Gros der Universität?

6. Studentische Hilfskräfte

6a) Studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte leisten unverzichtbare Arbeit in der Lehre, der Forschung, in den Serviceeinrichtungen der Hochschule und machen dabei einen großen Anteil der Beschäftigten der Universität aus. Derzeit gibt jedoch für Hilfskräfte keine Interessenvertretung in den Hochschulgremien, wie beispielsweise in der Kommission für Personalentwicklung und Organisationskultur. Werden Sie diesen Missstand beenden? 

6b) Die Regelungen zur Stundendokumentation für Hilfskräfte lassen sich in der Praxis nicht überall durchsetzen, so dass in verschiedenen Arbeitsbereichen zusätzliche Arbeit anfällt, die nicht vergütet werden kann. Sehen Sie an dieser Stelle Handlungsbedarf und wie sieht eine gerechte Entlohnung von Hilfskräften auch in Hinblick auf eine dynamische Lohnentwicklung für Sie aus?

6c) Sowohl die Arbeitgeber*innen als auch die Hilfskräfte als Arbeitnehmer*innen sind in der Praxis nicht ausreichend über ihre Rechte und Pflichten informiert. Welche Maßnahmen planen Sie, den Informationsfluss und Informationsaustausch zwischen der Hochschulleitung, den zentralen Einrichtungen, den Fachbereichen und den Hilfskräften zu verbessern?

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