Unsere Forderungen für die Zielvereinbarungen zwischen Hessen und der Universität Kassel

  1. „Die Zielvereinbarungen des Hessischen Hochschulpaktes jetzt zu ENTFRISTUNGSVEREINBARUNGEN an der Uni Kassel machen!“

Erläuterung

Das Land Hessen und die 14 staatlichen Hochschulen haben sich am 11.März 2020 auf einen neuen Hochschulpakt für die Jahre 2021 bis 2025 geeinigt. Seit 2002 wird dieser alle fünf Jahre neu beschlossen. Der neue Hochschulpakt stellt mehr Gelder mit einer dauerhaften Laufzeit zur Verfügung. Diese sollen laut Ministerium „auch für die Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen [genutzt werden], unter anderem durch mehr unbefristete Beschäftigungsverhältnisse“. Der Hochschulpakt sagt ausdrücklich, dass es neue Modelle für entfristete Stellen im Mittelbau entwickelt werden können: “Die Karrierewege und Personalkategorien für den akademischen Mittelbau sollen weiter profiliert werden. Hierfür können auch neue Personalkategorien erprobt werden, die den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie -künstlerinnen und -künstlern verlässliche Perspektiven eröffnen. Hierzu gehören auch unbefristete Beschäftigungsverhältnisse in Forschung, künstlerischer Praxis und Lehre neben der Professur.” Bis Ende des Jahres verhandeln die Universitäten mit dem Ministerium nun die konkrete Ausgestaltung der Mittelverwendung in ihren hochschulspezifischen Zielvereinbarungen. Wir fordern: Macht die Zielvereinbarungen zu Entfristungsvereinbarungen!

Die Zielvereinbarungen zum hessischen Hochschulpakt müssen als eine verbindliche Regelung zur umfassenden Entfristung des wissenschaftlichen, technischen und administrativen Personals ausgestaltet werden!

  1. Wir fordern: „Steigerung des Anteils unbefristeter Beschäftigung im akademischen Mittelbau von 20% auf 50% (innerhalb von zwei Jahren). Innerhalb von fünf Jahren keine Befristung nach der Promotion, sondern dauerhafte Stellen unterhalb der Professur!“

Erläuterung:

90 Prozent des wissenschaftlichen Personals (wiss. Mitarbeiter*innen und Lehrkräfte für besondere Aufgaben) der Universität Kassel sind befristet angestellt. Einen erheblichen Teil ihres regulären Lehrangebots deckt die Universität zudem über semesterweise vergebene Lehraufträge ab. Es braucht daher mehr und dauerhafte Stellen für Lehre und Forschung. Der Hessische Hochschulpakt 2021-2025 bietet die finanziellen Spielräume endlich das Ende des Befristungsunwesens anzugehen.

  1. Wir fordern: „Entfristung aller technisch-administrativen Beschäftigten mit Daueraufgaben unabhängig von der Finanzierung!“

Erläuterung:

Für technische und administrative Mitarbeiter*innen gilt besonders häufig, dass sie Daueraufgaben der Hochschule wahrnehmen. Für diese Gruppe greift die Universität Kassel immer öfter auf die Möglichkeit der „sachgrundlosen Befristung“ aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz zurück – das heißt nach Ablauf von 2 Jahren in der Regel die Beendigung des Arbeitsvertrags an der Uni Kassel und ständige Fluktuation. Wir fordern daher endlich eine systematische Entfristung dieser Stellen, die zweifellos Daueraufgaben für die Universität bewältigen.

  1. Wir fordern: „Entfristung aller Drittmittelbeschäftigten, die Daueraufgaben ausüben!“

Erläuterung:

Die Universität finanziert sich zu einem erheblichen Teil aus Drittmitteln öffentlicher oder privater Institutionen. Dies sind in der Regel zeitlich begrenzte Gelder, die für bestimmte Projekte (Forschung, Studiengänge, Institute, Graduiertenkollegs) eingeworben werden. 2016 waren ca. 16% der Mitarbeiter*innen der Uni Kassel über Drittmittel beschäftigt. Beschäftigung aus Drittmitteln bedeutet fast immer eine zeitlich befristete Anstellung, i.d.R. bis zum Ablauf des Projektes. Drittmittelbeschaffung und -bewirtschaftung ist aber längst eine Daueraufgabe und muss daher mit unbefristet beschäftigten Kolleg*innen besetzt werden.

  1. Digitalisierung braucht zusätzliches und unbefristetes Personal!

Erläuterung:

Der Prozess der Digitalisierung kann nur mit einem kontinuierlich arbeitenden Personal gelingen. Dies gilt für alle Beschäftigte, von den administrativ-technischen, über die Lehrenden und Forschenden bis zu den studentischen. Die Mitarbeiter*innen, die jetzt in der Krise den Laden mit Herzblut, Innovationen und Eifer am Laufen halten, dürfen nicht in einem halben Jahr vor die Tür gesetzt werden. Wer der Digitalisierung eine Perspektive geben will, muss dem Personal eine bieten. Wir fordern daher zusätzliches und unbefristetes Personal!

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