Richtlinie der Hochschulleitung angenommen: Knappe Mehrheit im Senat bügelt konkrete Maßnahmen gegen Befristung ab

Am Mittwoch, den 6.11. stand ein weiteres Mal die Befristungsrichtlinie der Hochschulleitung auf der Agenda des Senats. Sie wurde nach einer ausführlichen Diskussion knapp, aber mehrheitlich angenommen – vor allem von den professoralen Mitgliedern. Sämtliche Versuche der Vetreter*innen von ATMs und WiMis sich konstruktiv durch Änderungsanträge einzubringen, waren erfolglos, da sich eine (wiederum knappe) Mehrheit des Senats entweder enthielt oder dagegen stimmte. Mit den Änderungsanträgen wurden zentrale, auch von Uni Kassel Unbefristet kritisierte, Schwachpunkte der Richtlinie adressiert. Denn ein Papier, das sich nicht traut, konkrete Aussagen zu treffen, Ziele zu definieren und Maßnahmen für ihre Erreichung vorzuschlagen, kann keine Veränderungen bewirken. Die Richtlinie steckt weder  Daueraufgaben und Qualifikationsziele ab, noch sieht sie ein durch überprüfbare Kennzahlen durchführbares Monitoring vor. Eine Arbeitsgruppe – soviel wurde zumindest durch unseren Druck erreicht – soll sich nun der umfassenden Aufgabe widmen, die vagen Formulierungen zu konkretisieren. Die genaue Besetzung dieser AG verbleibt dabei im Unklaren, lediglich Senatsmitglieder sollen ihr angehören dürfen. Die WiMi-und ATM-Vertreter*innen setzten sich dagegen für eine paritätische Zusammensetzung ein, sodass alle Statusgruppen mit gleicher Stimmenzahl vertreten sind. Auch dieser Antrag fand keine zustimmende Mehrheit.

Die Senatssitzung zeigte erneut, dass sich die Hochschulleitung in erster Linie als Sachwalterin eines vermeintlichen Mangelzustandes sieht. Sie ist nicht willens, die Interessen der knapp 3.000 Beschäftigten an dieser Universität ernst zu nehmen und in zukunftsorientiertes Handeln zu übersetzen. Gerade jetzt sind mit dem neuen Hochschulpakt, der Erhöhung des Grundbudgets hessischer Universitäten sowie der Verdauerung der bislang befristeten QSL-Mittel Spielräume für die Gestaltung guter Arbeitsbedingungen vorhanden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Universität Kassel mit ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung eine solch unambitionierte Politik verfolgt.

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